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250315 Abb Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg DSC08986 2250315 Abb UG beim IGM Aktionstag DSC08998 2

Am Samstag den 15. März trafen sich auf dem Stuttgarter Schlossplatz ca 25.000 Menschen. Die IGM hatte dort zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Weitere Städte waren Leipzig, Hannover, Frankfurt und Köln.In Stuttgart waren mindestens 9 Mitglieder der Umweltgewerkschaft dabei, wovon 4 mit den grünen Westen nach außen sichtbar waren.Es ging um die Angriffe der Kapitalisten auf erreichte gewerkschaftliche Errungenschaften, um ihre Maximalprofite zu sichern.

"Wir sind hier, weil überall in den Betrieben sozusagen die Hütte brennt", sagten Teilnehmer. Überall werden Arbeitsplätze vernichtet. Die Kollegen machen sich Sorgen, wie es weitergeht. Allerdings wird in Reden auf der Bühne auch gesagt, dass jetzt zum Glück die Schuldenbremse gelöst sei. Redner suggerierten, dass das viele Geld vielleicht doch zur Arbeitsplatzsicherung eingesetzt werden könnte. Aber sie meinten auf Kosten von Arbeitsplätzen im Ausland oder in der Rüstungsindustrie. Vielen Kollegen war noch nicht klar, dass die kämpferische Richtung für Arbeitsplätze und Ablehnung der Hochrüstung der Bühnen-Richtung für die Stärkung der kapitalistischen Wirtschaft direkt entgegensteht.

Auch die Phrase der "ach so teuren Energiekosten" , welche durch alle Medien geisterte, wurde von einigen RednerInnen sehr unkritisch wiederholt. Der Industriestrompreis beträgt heute schon nur 16,8 Cent, bei stromintensiven Unternehmen sogar nur 10,5 Cent pro Kilowattstunde (KWh). Der durchschnittliche Strompreis für die Bevölkerung beträgt dagegen 28 Cent pro KWh. Die Forderung der IG-Metall-Führung bedeutet eine weitere Umverteilung in die Taschen der Industrie.

Bei Forderungen von Kollegen nach Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich wird diesen vorgehalten, dass dafür nicht die Zeit wäre. Das würde die Autos verteuern. Das kannten wir bisher von bürgerlichen Ökonomen mit ihrem Märchen von der "Lohn-Preis-Spirale!". Tatsächlich ist der Lohnanteil am Umsatz bei Daimler für Produktionsarbeiter bei deutlich unter 10%. Also würde selbst eine Lohnerhöhung von 10% die Gesamtkosten für Mercedes nur um 1% steigern. Das kann wohl schlecht der Grund für teurere Autos sein.

So gab es bei der Kundgebung zwei Richtungen: die nach Stärkung des Standorts Deutschland d.h. des Kapitals und die kämpferische Richtung ach Erhalt der Arbeitsplätze. Auch war uns aufgefallen, dass ein größerer Teil der Kundgebungsteilnehmer aus jüngeren Kollegen bestand

Für gewerkschaftliche und selbständige Kämpfe für die 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, volle Auszahlung der Tariferhöhungen, feste Übernahme aller Leiharbeiter und Befristeten! Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!

All diese Dinge waren unter anderem auch Thema an unserem bestaunten und oft fotografierten Transparent gewesen. Wir stellten die Umweltgewerkschaft den Menschen vor, die uns noch nicht gekannt haben. Wir verteilten ca 200 Flyer. Nach gut zweieinhalb Stunden startete dann das Kulturprogramm, ua mit Max Herre. Da hatte sich der Schlossplatz schon merklich geleert. Auch weil viele GewerkschafterInnen nun ihre Busse wieder Richtung Heimat nehmen mussten.

 

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