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RG MV Insel-Sehnsucht, Reiseempfehlung

006 IR zeitlosHalbinsel Jasmund/ Insel Rügen/ Mecklenburg-Vorpommern

 Angeregt beim Lesen des Buches von Harald Braem, „Die Macht der Farben“, ISBN 3-7844-7156-0, - Die Farbe Grün-, sah ich vor meinem inneren Auge die Buchenwälder meiner Heimatinsel Rügen im Sonnenlicht erstrahlen.

 Ein Grün, dass in unzähligen Nuancen auf Bäumen zum Himmel strebt, mit Moos und Farn hinabsinkt in die kühlen feuchten Schichten der Senken, dazwischen Buschwerk die Strenge der hohen Stämme bricht.

Leuchtendes Smaragdgrün, stumpfes Grünsilber, vom Staub gedämpft. Sattes Grün und Gelbgrün von Nadel, Blätter und Farn. Ein samtenes, fast schwarzes Grün unter Moosen und am Wurzelwerk der Bäume.

Und ganz zu schweigen von den Grüntönen der Wasser. Ob nun der stillen Weiher und Moore oder der die Ufer erstürmenden See. Sonne und Wolken erschaffen ein stets unvollendetes, überwältigendes Schauspiel für Aug und Herz. Sehnsuchtsort seit Kindertagen.

 Und schon machte ich mich lange vor Sonnenaufgang auf den Weg, all dieses Grün zu erleben, zu erkunden, Kontraste mit Blau und Weiß und Ockerfarben zu erspähen. Zu Atmen, zu Schauen, zu Leben.

Heimgekehrt bin in mit mir selbst in Frieden.

Ich lege ein paar Fotos bei.

Zwischen Spätfrühling und Herbstbeginn, ist ein Besuch der Halbinsel Jasmund/ Insel Rügen/ Mecklenburg-Vorpommern, für Freunde des „GRÜN“, die beste Reisezeit.

LG Suse/ Stralsund

001 IR vor Sonnenaufgang Vor dem Sonnenaufgang in der "Piraten Schlucht"

002 IR Sonnenaufgang Sonnenaufgang

003 IR Sonnensplitter im Grün Ausblicke am Hochuferweg

004 IR von der Lichtung in den Wald von der Lichtung hinein in den Wald

005 IR am Hochuferweg traumhaft

007 IR die Küste in der Morgensonne im Morgenlicht

011 IR im Schatten der Bach Senke im feuchten Schatten des Bachtals

014 IR nachhaltiges Unaufgeräumtsein des Waldes Lebensraum "unaufgeräumter" Wald

015 IR Waldsee Waldsee (Hertha See)

017 IR alter Weg alte Wege

 

 

 

 

 

Foto Info Stand UG HH 20250809 3

09.August 2025 Hamburg

 

Am 9. August, dem 80. Jahrestag des Atombombenabwurfs der USA auf Nagasaki, führten wir in Hamburg-Altona endlich wieder einen Info-Stand der Umweltgewerkschaft durch.

In den Mittelpunkt stellten wir den notwendigen aktiven Widerstand gegen die wachsende Weltkriegsgefahr und die Forderung nach Verbot und Ächtung aller atomaren, biologischen chemischen Waffen. Dazu hatten wir ein Flugblatt mit den beiden Erklärungen des Bundesvorstands erstellt.

Die meisten angesprochenen Passanten fanden das Thema durchaus wichtig, nur wenige waren für Atomwaffen. Mit denen war nicht zu reden. Viele Leute sahen die Gefahr eines atomaren 3. Weltkriegs, fühlten sich aber hilflos: die Politiker machen eh, was sie wollen. Dem setzten wir entgegen, dass es gegen den Völkermord der israelischen Regierung in Palästina weltweit und auch in Israel heftige Proteste gibt.

Auch in Deutschland wächst die Aktionseinheit gegen Krieg und Faschismus. Die Umweltgewerkschaft macht mit und unterstützt auch aktiv den Protest gegen das Bundeswehrmanöver "Red Storm Bravo" Ende September in Hamburg.

Jochen vom Bundesvorstand hielt einige Kurzreden und Peter trug selbstgemachte Gedichte und ein Lied vor. Insgesamt waren 10 Mitglieder an der Vorbereitung und Durchführung des Info-Stands beteiligt. Die Flugblätter und etliche Broschüren "Atomkraftwerke sind keine Klimaretter" wechselten den Besitzer.

Weil man nur organisiert was ändern kann, warben wir für die Mitgliedschaft in der Umweltgewerkschaft - leider trug sich nur eine Interessentin ein.

Ein Kollege hörte eine Weile zu und spendete dann 10 Euro! Insgesamt sammelten wir 13,60 Euro Spenden.

Wir warben auch für den Internationalen Umweltratschlag 2026 und machten Fotos dafür. Es hat uns allen Spaß gemacht und wir wollen öfter Info-Stände in verschiedenen Stadtteilen machen, um die Umweltgewerkschaft bekannter zu machen.

R./ HH

 

001 HST MUNI im Meer

Illustration Andrea Thiele/ GEOMAR

Altmunition im Meer

Im Angesicht der Weltkriegsgefahr

Noch immer liegen geschätzte 1,6 Millionen Tonnen Altmunition auf dem Meeresboden der deutschen Nord- und Ostseeküsten. Ergebnis von Kampfhandlungen gegen Schiffe und Flugzeuge während der Weltkriege.

Das ist vor allem eine Folge der Versenkung von überzähliger Munition nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1969 und 1971 wurden erstmals Untersuchungen hinsichtlich chemischer Kampfstoffe in Versenkungsgebieten getätigt. Da man aber nicht wusste, wie sie zu bergen sind, beließ man sie vor Ort!

Von Juli 1945 bis Januar 2016 sind 418 Todesfälle und 720 Verletzte, mit Bezug auf das Thema Altlastmunition an den deutschen Küsten, bekannt geworden. Nach mehr als 70 Jahren am Meeresboden treten die in der Munition enthaltenen giftigen Substanzen aus. TNT, Quecksilber, Blei und andere, oft erst im Kontakt mit Wasser und Luft entstehende unkontrollierbare unbekannte Stoffverbindungen. 1993 erschien der erste offizielle Bericht von staatlicher Seite. Doch erst seit 2009 (!) gibt es kontinuierliche Untersuchungen und Nachweise über Funde und Sprengungen.

Dank der Mitarbeiter der UNI Kiel/ GEOMAR wird seit 2011 der Munitionsbelastungsbericht der deutschen Gewässer jährlich herausgegeben. In diesem werden alle Funde an der deutschen Nord- und Ostseeküste registriert und der Verbleib dokumentiert. „Forschungen haben gezeigt, dass sich sprengstofftypische Verbindungen auch über die Versenkungsgebiete hinaus im Wasser ausbreiten. Diese Belastung wird mit fortschreitender Korrosion noch zunehmen und Risiken weiter steigen, wenn die Altlasten nicht geborgen werden. Steigende Temperaturen und zunehmende Stürme beschleunigen den Zerfall der Munition im Zuge des Klimawandels.“¹

Die seit 2019 gestarteten verschiedenen Forschungsprojekte, die meisten sind 2024 ausgelaufen, wurden mit weniger als 10 Millionen Euro von der Bundesregierung finanziert, denn Altlastmunition ist Ländersache. Nur die Sicherheit der Bundeswasserstraßen liegt im Muss einer Finanzierung durch die Bundesregierung.

Die Bundesregierung wollte bis 2025, im Rahmen des Koalitionsvertrages, als Sofortprogramm für Munitionsfindung und -bergung im Meer, 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. (Ob dieses erfolgte, konnte durch den Verfasser nicht recherchiert werden.) Die am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel seit 2016 erfolgte Forschung in Projekten wie BASTA, ExPloTect oder CONMAR, haben neue Erkenntnisse in Sachen Ortung, Kartierung und Analyse der chemischen Wasserproben hervorgebracht.

„Offen blieb bislang die letzte und entscheidende Phase: die endgültige Räumung und Entsorgung von schlecht handhabbaren Munitionsobjekten in einem industriellen Maßstab. Hier setzt das Projekt CAMMera an. An dem vom GEOMAR koordinierten Projekt wirken Industriepartner aus mehreren Ländern in Europa mit.“²

Angesicht der Masse, alleine an den deutschen Meeresküsten vor sich hin korrodierender Altlastmunition, angesichts der wissenschaftlich nachgewiesenen Vergiftung der maritimen Flora und Fauna grenzübergreifend, angesichts der steigenden Gefahrenlage durch noch nicht kartografierter Munitionsaltlast für Urlauber, Techniker und Arbeiter im maritimen Bauwesen, Tauchern usw., frage ich mich, wozu Milliarden an Euro, Dollar, Rubel, Yen, Lire … ausgegeben werden, um noch mehr Waffen und Munition zu produzieren, die noch größere Vernichtung und Umweltschädigungen verursachen.

Zudem werden diese Gelder, aus denen herausgepresst werden, die der Schädigungen durch Waffen ausgesetzt werden, der Bevölkerung. Die Meere kennen keine Grenzen! So muss statt Aufrüstung eine länderübergreifende Koordinierung und Forschung, eine grenzüberschreitende Bergung und Vernichtung der Altlastmunition erfolgen. Altlastmunition ist ein Teil der gesamtschädigenden Einflüsse auf das Öko-System Meer.

Umweltschutz muss dringend auch Teil der Friedensbewegung sein!

 Suse/ Stralsund, mit freundlicher Genehmigung von Frau Ilka Thomsen/ GEOMAR

Quellen & Links

¹https://www.geomar.de/entdecken/munition-im-meer
² https://www.geomar.de/news/article/cammera, Projektleiter: Prof. Dr. Jens Greinert, Meeresbiologe/ GEOMAR, gefördert von der EU mit 5,6 Mill. Euro

 

002 HST MUNI im Meer

Forschungstaucher an Seemine, Lübecker Bucht/ GEOMAR

003 HST MUNI im Meer

Dr. Jens Greinert, Projektleiter CAMMera, mittig-vorne bei der Auswertung von Unterwasseraufnahmen mit Kollegen/ GEOMAR

 

 

 UG HH Methfesselfest 12.7.2025

 

Auch dieses Jahr beteiligten wir uns von der Hamburger Umweltgewerkschaft wieder am Methfesselfest. Es fand statt unter dem Motto „80 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus müssen wir wieder aufstehen gegen Kriegstreiber, Nazis und Rassisten.“

Entsprechend der Rechtsentwicklung wurde das Fest im Vorhinein in den einschlägigen Hamburger Tageszeitungen verunglimpft als „antisemitisch“
und „linksextremistisch“.

Am Sonnabend, als viele Menschen das Fest besuchten, kamen drei Polizisten und waren richtig biestig: das sei ja kein Stadtteilfest, sondern ein „Kommunistenfest“. Die Veranstalter und die Leute an den Ständen ließen sich genauso wenig wie die Besucher dadurch verunsichern.

Wir verteilten die Erklärung des Bundesvorstands gegen die Kriegstreiber und für Verbot und Ächtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen, machten die Umweltgewerkschaft bekannt, gaben gegen Spende einiges Info-Material weiter und gewannen einzelne neue Kontakte.

Die Veranstalter gaben gleich am nächsten Tag eine Presseerklärung heraus, in der es hieß: „Wir haben uns nicht spalten lassen! Allen Versuchen der bemerkenswerten Allianz aus Verfassungsschutz, CDU, AfD, Hamburger Abendblatt und mopo, unser Fest zu diskreditieren, zum Trotz, feierten Jung und Alt am Wochenende ein Fest mit wunderbaren Musik-Gruppen und über 40 Initiativen, die mit Infoständen von ihrer Arbeit berichteten.

Noch einmal sagen wir Danke, dass ihr da ward! Ihr macht dieses Fest so einzigartig, so bunt, so vielfältig und interessant!“

Im nächsten Jahr wollen wir vielleicht an beiden Tagen teilnehmen, möglichst einen besseren Standplatz haben und evtl. Waffeln und Kaffee anbieten.

R./ HH

001 RG MV 05.07.25 HRO

001 Stand der RG MV am 05.07.2025 in Rostock 

 

Umweltgewerkschaft Ahoi!

Startschuss für eine aktive Gruppe in Rostock

Seit längerem hat unsere Regionalgruppe MV nichts mehr gemeinsam gemacht. Keine Zeit, andere Dinge sind wichtiger, und und und. Ihr kennt das vielleicht. Doch was könnte wichtiger sein, als die Erde vor dem Kollaps zu retten?

Mit Hilfe des Bundesvorstands haben wir also für den 05.07.25 eine Kundgebung in der Rostocker Innenstadt geplant und durchgeführt. Die Organisation lief noch etwas holprig, aber wir haben einen tollen Stand auf die Beine gestellt. Thema war: „Stoppt Fracking! Stoppt LNG!“

Schon seit der Ankunft der LNG-Tanker an der Ostseeküste, beschäftigt das Thema die Leute und es regt sich Widerstand – besonders vor Ort auf Rügen. Wir wollten mit unserer Kundgebung dem Protest eine Bühne „in der großen Stadt“ geben, über Rügens Küsten hinweg die Menschen informieren und bewegen.

Bevor es richtig los ging, malten wir mit Kreide einige Parolen auf den Boden, um die Menschen neugierig zu machen. Am Stand liefen Lieder, die den Umweltkampf thematisierten und das offene Mikrophon wurde für Reden, auf antifaschistischer Grundlage, freigegeben.

Viele Leute hörten interessiert zu und wir kamen ins Gespräch. Einige waren hin und her gerissen zwischen den Problemen der Zeit – engagiere ich mich für die Umwelt oder gegen Faschismus, kann ich überhaupt was tun?

Viele Leute hegen auch noch die Hoffnung, dass die Politik das Ruder herumreißen wird. Wir argumentierten, dass es wichtig ist, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und sich zu organisieren! Das diskutierten wir nicht nur in einzelnen Gesprächen, sondern auch am offenen Mikrophon.

In den Reden spann sich der Bogen zwischen dem lokalen Problem LNG hin zur globalen Umweltkatastrophe, hin zu Krieg und Faschismus. Sie zeigten aber auch auf, was man dagegen tun kann. Wir müssen noch besser daran arbeiten uns am Mikro wirklich kurz zu fassen.

Besonders haben wir uns über die Unterstützung der BI „Lebenswertes Rügen“ gefreut. Der Autor Thomas F. Kunstmann hat in seinem Buch: „Rügen wehrt sich. Die LNG-Proteste der Bürgerinitiativen im Spiegel der Medien“, den Widerstand an Hand der Presseberichte dokumentiert. Er hat eine sehr emotionale informative Rede gehalten und wir empfehlen sein Buch sehr.

Gegen Spende gaben wir unser Informationsmaterial an die interessierten Menschen. Besonders haben wir uns auf die Fracking-Broschüre konzentriert. Aber auch unser vorab erstellter Flyer zum Thema wurde über 100 mal mitgenommen. Viele haben sich auch für unsere Anstecker und Sticker interessiert und dafür gespendet.

Insgesamt konnten wir sieben Kontakte gewinnen, die sich sowohl für die UG, aber auch für den internationalen Umweltratschlag interessieren. Wir freuen uns darauf, sie näher kennen zu lernen und ein aktives Gruppenleben in Rostock und MV aufzubauen!

Luisa/ Rostock

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007 RG MV 05.07.25 HRO 007 008 RG MV 05.07.25 HRO 008

009 RG MV 05.07.25 HRO 009 010 RG MV 05.07.25 HRO 010

011 RG MV 05.07.25 HRO 011 012 RG MV 05.07.25 HRO 012

Foto:

002 Straßenkunst

003 Thomas Kunstmann am "offenen Mikrofon"

004 Th. Kunstmann, BI Lebenswertes Rügen 

005 "Rügen wehrt sich"

006 schwungvolle Moderation

007 das neue Transparent für ein Ende der fossilen Energiegewinnung, Thema LNG/ Fracking

008 Grüße des Bundesvorstandes

009 Vorstellung der Fracking-Broschüre

010 kämpferische Rede zur Einheit von Arbeitskämpfen und Umweltbewegung

011 kämpferische Stimmung im Regennachmittag

012 im Gespräch

 

 

borkum 320 Naturfuehrer A2 Titel RGB

Liebe Leser:innen,

Während unseres Borkum - Aufenthaltes konnten wir einen interessanten Vortrag der Biologin Claudia Thorenmeier besuchen.

Sie berichtete anschaulich über das Leben der Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale auf Borkum, sprach aber auch einige Umweltprobleme an wie den Plastikmüll oder die Überfischung. Wir können Ihnen Vorträge von ihr nur empfehlen.

Sie hält sie auch oft in der Klinik der Knappschaft vor Bergleuten und anderen Reha-Patienten, vielleicht kennen sie also schon einige unserer Mitglieder.

Ihr Buch heißt 'Borkums Schätze der Natur' ( siehe Bild)

Wir hatten am folgenden Tag Gelegenheit für ein Interview mit Claudia.

 

1. Hallo! Du hältst Vorträge über die Flora und Fauna und Tierwelt Borkums. Was ist dein Ansporn? 

Claudia: Ich habe gleich nach dem Abitur schon auf Sylt Besucher*innen geführt und war auch  Vogelwartin auf Wangerooge. Der Leitspruch der Umweltbildung ist: 'Was man nicht kennt, schützt man nicht.“ Das ist auch mein Ansporn.  Es macht mir großen Spaß, wenn ich Kindern und Erwachsenen die Schönheit und Vielfalt der Natur vermitteln kann, so dass sie sich nicht mehr z.B. vor Quallen oder Insekten ekeln. Wenn ein Kind einen Seestern in anfassen darf, das ist schon was anderes, als sich Patrick bei Spongebob im Fernsehen anzuschauen.  Besonders das Ökosystem Borkums ist einmalig und schützenswert mit dem sehr gesunden Hochseeklima, dem Wattenmeer, dem  Nationalpark und der Süsswasserlinse unter der Insel.  Dieses Süßwasserreservoir hat sich im Untergrund   der Insel gebildet und wird nur durch das Regenwasser aufgefüllt.  

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2. Was bedroht Borkums Ökosystem und wie können wir dem entgegenwirken?

Claudia: Borkum hat zunächst die Bedrohungen, die alle Küstenregionen aufgrund der Klimaerwärmung haben. Sollte der Golfstrom sich weiter abschwächen, wird es auch hier deutlich kälter und das einmalige Klima, das vielen Allergikern und hautkranken Menschen gut hilft, könnte verschwinden. Der Meeresspiegelanstieg und höhere Sturmfluten ist bei uns auch ein grosses Thema. Auf dem Bild seht ihr den oberen Bereich der Strandpromenade, deren Schutzmauern vor 10 Jahren um bis zu 2 Meter erhöht wurde.Eine weitere allgemeine die Überfischung der Meere. Wenn man heutzutage eine Thunfisch Pizza isst, kann man auch direkt eine Orang - Utan Pizza essen., da der Thunfisch inzwischen ähnlich selten ist. Zu den Labeln bei Fischen wie ASC oder MSC stehe ich auch kritisch, Fangverbote wären besser. Aber wenn Fisch, dann sollte er gelabelt sein, oder man orientiert sich am WWF - Fisch-Führer. Dieser zeigt, welcher Fisch aus welcher Region überhaupt naturverträglich gefischt wird und ist daher sinnvoll.

Thunfisch oder Lachsfarmen verlagern hingegen nur das Problem und sind keine Lösung. 

Eine weitere grosse Bedrohung ist die zunehmende Vermüllung der Meere mit Plastik, auch mit dem immer kleineren Mikroplastik. 

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Viele Tiere verheddern sich in Plastikringen, wie auch teils unsere Kegelrobben. Oder sie verwechseln es mit Futter und denken dann, sie wären satt, weil der Magen voll mit Plastik ist.

Vor einigen Jahren Im Januar 2019 verlor derContainerfrachter MSC Zoe  im Sturm Fracht, so dass auch auf Borkum Flachbildschirme, Plastikblumen, Kissen, Plastikspielzeug etc. hier an den Strand geschwemmt wurden. Im Sommer wird der BadeStrand ordentlich gesäubert, aber im Winter sieht man als Inselbewohner das ganze Ausmaß der Vermüllung. Hier werden auch Paraffinklumpen angespült, die bei der Reinigung von Schiffstanks ins Meer gelangen und Giftstoffe enthalten können. Verschiedenen Umweltschuztorganisiationen setzen sich dafür ein, dass die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden und die Inseln nicht mit der Strandreinigung alleingelassen werden  Gegenüber Borkums steht an der niederländischen Küste ein Kohlekraftwerk und die Niederländer wollen Erdgas vor Borkum fördern, was auch eine ständige Bedrohung ist.

Die grossen Windanlage Offshore-Windparks machen auch Sinn, doch auch dort herrscht reger Schiffsverkehr und es könnte zu Unfällen kommen. 

Durch die Meereserwärmung ändert sich die Artenzusammensetzung der Nordsee, z.B. wandert der Kabeljau weiter nach Norden und wärmeliebende Arten aus dem Süden wandern in der Nordsee ein. Die Trockenheit bedroht unser Süsswasserreservoir und könnte zu Wasserknappheit führen. Und damit wären wir beim Tourismus, denn das Wasser reicht natürlich nur für eine gewisse Anzahl Menschen. Der Tourismus ist sehr willkommen und  fast alle hier leben davon. Er sollte aber naturverträglich stattfinden.

borkum 640 1630311029216

3. Wie können wir diesen Bedrohungen entgegenwirken?

Claudia: Vor einem Jahr sollte ein grosses, neues Hotel hier gebaut wurden. Das wurde durch eine Bürgerinitiative und einen Bürgerentscheid verhindert.

Es ist nötig, sich für den Schutz der Umwelt aktiv einzusetzen. Durch die FFF Bewegung und Greta Thunberg ist das Bewusstsein über Umweltfragen stark gewachsen, worüber ich mich sehr freue. 

Es braucht ein anderes Verkehrskonzept Naturstrom sollte verwendet und gefördert werden. Unser Stadtrat beschloss, dass Borkum bis 2030 emissionsfrei werden soll. Das finde ich richtig und gut. 

 Das Konzept der Umweltgewerkschaft kannte ich vorher nicht, doch auch das finde ich einleuchtend und einen interessanten Ansatz. 

 
4. Gibt es einen Zusammenhang zu unseren Themen und der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands? 

Claudia: Ja auf jeden Fall. Der Hochwasserschutz muss ernst genommen werden. Hier an der Küste ist das schon lange Thema und die Deiche werden immer wieder erhöht und verstärkt wurden in 2019 nochmals verstärkt. 

Ich komme ursprünglich vom Festland. Dort sind fast überall in den letzten Jahrzehnten die Auwiesen verschwunden, immer mehr Flüsse werden begradigt und Land versiegelt, so dass die Landschaft keine Hochwasser mehr verkraften kann. Hier in Borkum sehen wir, wie die Natur in ständiger Bewegung ist und lassen das hier im Naionalpark auch zu. So bahnt sich derzeit direkt am Hauptstrand an, dass sich die Sandbank verlagert und die Bucht schließt.  In diesen natürliche Vorgang kann und sollte man nicht eingreifen. Man kann nicht so weit in die natürlichen Abläufe eingreifen. 

Vielen Dank für das Gespräch. 

--- [17.9.2021: Korrektur] ---

 

 

 

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