Ein sehr warmer Samstag zwischen zwei Hitzewellen und wir bauten unseren geplanten Infostand auf.
Mit der Frage "was muss gegen die Klimakatastrophe getan werden?" die Passant*innen ansprechen, schwerpunktmäßig junge Menschen, und dann, wenn sich ein Gespräch entwickelt, auf den Internationalen Umweltratschlag und Möglichkeiten seiner Unterstützung zu sprechen kommen.
Soweit der Plan. Aber es war Urlaubszeit und heiß und wenige Menschen in der Fußgängerzone. Was waren unsere Erfahrungen? Der Großteil reagierte nicht, aus Unsicherheit? Ratlosigkeit? Resignation? Eile? Stöpsel im Ohr? - aber das kennen wir, es gibt eben solche Stimmungen und auch andere Zeiten. Wir wissen inzwischen auch, dass das nicht Gleichgültigkeit dem Thema gegenüber bedeuten muss.
Es kam auch zu Gesprächen, wo wir Zustimmung bekamen wir in der Form: "Gut, dass ihr sowas macht" - "Ich tu schon vieles- bin ganz bei dir" - "Sprich mich nicht auf Frau Reiche an, sonst explodier ich" - "die Reichen müssten mehr besteuert werden" - " Du hast recht, mit dem Kapitalismus kann es nicht weitergehen". Ein anderer Teil vertrat Meinungen wie man sie in den Medien vorwiegend findet: "Gas ist zur Überbrückung nötig", "ich zahle fürs Klima bereits eine Menge Geld", "ich lebe vegan und fahre Fahrrad". Wir lernen so die Denkweise kennen, und immer besser auf sie eingehen, sie verändern.
Zum Beispiel sind Individuelle Lösungen sind begrüßenswert, aber die Erkenntnis muss wachsen: "Die kämpferische Umweltbewegung soll auch gesellschafts- und kapitalismuskritisch sein." (IEC-Flyer)
Beim Internationalen Umweltratschlag (IEC) 23.-25.Oktober in Stuttgart tauschen sich Aktivisten aus bisher 23 Ländern und 4 Kontinenten (Stand Juni) aus über ihre Erfahrungen und ihre Strategien. Besuche die Konferenz! Unterstütze die Vorbereitungen! Spende für die Anreise unserer Gastdelegation aus Niger /Sahel - so führten wir die Gespräche fort. Mehr Info zum IEC 2026 hier.
Wir hatten auch einen kleinen Flohmarkt und nahmen 30,05 Euro zu IEC-Unterstützung ein. Und eine junge Frau gab uns ihre Mailadresse, um über weitere Aktivitäten informiert zu werden.
Ein weiterer Flyer rief zur Solidarität mit dem Kampf der Autobelegschaften gegen Entlassungen und Werksschließungen auf. (z.B. Audi Neckarsulm).
Die Übersterblichkeit in Deutschland während der Juni/Juli-Hitze wird in diesem Flyer noch mit 6000 angegeben - das RKI geht inzwischen von 11900 (!) aus (Stand gestern). Darauf machten wir auch durch eine Schweigeminute aufmerksam.
Eine unspektakuläre Aktion, wir sind aber stolz, dass wir die Hitzewelle und die Klimakatastrophe thematisiert haben und Spenden und eine Adresse gewonnen, und eine Reihe von Gesprächen zum Umweltratschlag geführt haben.








