15.03.2025 Hannover
Voll Erwartung reisten wir mit einer kleinen Gruppe Umweltgewerkschafter aus Hamburg, Braunschweig und Mecklenburg-Vorpommern zum Aktionstag der IG-Metall in Hannover.
Während ein Teil von uns aus dem Bus direkt am Kundgebungsort aussteigen konnten, reihte der andere Teil sich in die kleine IG-Metall-Demo, vom Bahnhof ausgehend, ein. Sie wurden herzlichst von den Metallern begrüßt.
Ca. 7000 Menschen trafen sich im Georgengarten in Hannover, so der Veranstalter. Rein äußerlich ein Familienevent. Beeindruckend waren die Live-Zuschaltungen in die anderen Aktionsstädte. Insgesamt ca. 77.000 Teilnehmer bundesweit.
Die Kundgebung in Hannover selbst war eher ernüchternd. Bewegte emotionale Reden, ja, und doch gefährlich verharmlosend, selbstdarstellend.
Kampf und jeden Arbeitsplatz, tönte es von der Tribüne, das stieß einigen Kollegen sauer auf, nach den gerade erfolgten Tarifabschlüssen. Solidarität mit den Kollegen mit Migrationshintergrund, diese Forderung fand zurecht starken Beifall.
Gemischte Gefühle bei uns, als Beifall gezollte wurde, dass die Schuldenbremse aufgehoben werden soll. Das wären 500 Milliarden Euro Investitionsmöglichkeiten für Infrastruktur, so der Redner-O-Ton, für marode Schulen, fehlende KITA-Plätze, für die Sicherheit des Landes und mehr. Die Hochrüstung wurde zwar abgelehnt, doch die eigene Sicherheit des Landes muss gewährleistet werden. Der geplante Bürokratie-Abbau wurde sehr begrüßt. Die Deindustrialisierung Europas und Deutschland müsse beendet, der Standort Deutschland explizit erhalten werden. Dafür heißt es aber auch, dass die Arbeitnehmer mit den willigen Arbeitgebern und den hoffentlich umdenkenden Politikern zusammenstehen müssen, um die Transformation doch noch hinzubekommen….
Dann kamen Kollegen verschiedener Firmen kurz zu Wort, auch die Jugend der IG-Metall durfte sprechen. Nur eine von ihnen befasste sich mit sozialen Themen, die anderen befürworteten die Lösung der Schuldenbremse als Zukunftssicherung der Jugend….
Die Realität der aktiven Kriegsvorbereitung durch das Lösen der Schuldenbremse, wurde konsequent ignoriert. Dass die Bevölkerung die Lasten der Kriegsvorbereitungen tragen wird, ebenso.
Umweltschutzmaßnahmen waren in Hannover keinem der Redner ein Wort wert.
Dafür bekamen wir mit unserem Plakatslogan:
„Umweltschutz schafft Arbeitsplätze!“ vielfach Daumenhoch.
Die kürzeren und längeren Gespräche am Rand der Kundgebung entschädigten etwas.
Hier waren Krieg, Kriegsvorbereitung und Umweltschutz sehr wohl ein Thema, doch auch oft ein Mitgehen mit der Zustimmung zur Aufhebung der Schuldenbremse als Investition in Schulen und Kitas usw. Ein schöner Gedanke, aber fern der Realität.
Da wird der Zusammenhang mit den Kriegsvorbereitungen oft noch nicht gesehen. Manchmal wurde auch der Umweltschutz als Hemmnis für die wirtschaftliche Weiterentwicklung benannt. Doch spätestens mit der Argumentationsrichtung, dass es ohne Umweltschutz, ohne Frieden, keine Zukunft für Niemanden hier auf der Erde geben wird, kam bei den Gesprächspartnern ein Einlenken. Einer sagte: „Da habe ich wohl zu kurz gedacht!“ und bedankte sich herzlich für die neuen gedanklichen Anregungen.
Der Glaube an die Handlungsfähigkeit und dem Handlungswillen der heutigen Politiker, an deren Logik und Verstand, ihrem moralischen Anstand, war bei den Kundgebungsteilnehmern erschreckend hoch. Die eigene Kampfkraft wurde nicht wirklich erkannt, wenn sie auch plakativ von der Tribüne herab beschworen wurde.
Danke an unsere kleine teilnehmende Gruppe. Braunschweig und Hamburg haben fleißig mit den Flyern gearbeitet und die Gespräche gesucht. Wir sind gespannt auf ihre Berichte.
LG Luisa und Suse/ RG MV
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Bildbeschreibung:
1 vom Hauptbahnhof zur Kundgebung im Demo-Zug
2 Demo- Zug kurz vor der Kundgebung, Bengalos wurden später durch Polizei und Gewerkschaftsführung verboten...und prompt wieder entzündet
3 unsere rasende Fotografin (Dankeschön!!!)
4 Stahlarbeiter aus Bremen
5 gut beschützt......
6 Fahnentreffen, auch die Automobilarbeiterkonferenz war vertreten
7 UG Hamburg mitten in der Kundgebung aktiv
8 UG Braunschweig ebenso fleißig
9 ihre Solidarität ist, so gemeint, nicht die unsere..."Arbeiter aller Länder vereinigt euch!"






