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Berlin, 2.8. 2021
An die Mitglieder und Freunde der Umweltgewerkschaft
An die interessierte Öffentlichkeit und die Medien
Bundeskongress der Umweltgewerkschaft erfolgreich abgeschlossen
Aufbruchstimmung und praktische Solidarität mit den Flutopfern
Der neu gewählte Bundesvorstand teilt mit:
Der 2.Bundeskongress der Umweltgewerkschaft tagte am 31.7. und 1.8. 2021
in Berlin mit 71 Delegierten und Gästen. 30 Ortsgruppen aus dem ganzen
Bundesgebiet waren vertreten.
Die dramatische Flutkatastrophe Mitte Juli vor allem in Deutschland und
Belgien mit über 200 Toten und Vermissten stand im Mittelpunkt der Beratun-
gen des ersten Tages. Der Kongress sprach seine volle Solidarität gegen-
über den betroffenen Menschen aus und beschloss – anknüpfend an die
schon geleisteten spontanen Hilfseinsätzen unserer in der Nähe wohnenden
Mitglieder - ab der übernächsten Woche mehrtägige Hilfseinsätze zu organi-
sieren, überall Spenden zu sammeln und dabei auch aufzuklären:
Dies war eine Katastrophe mit Ansage! Sie hatte ihre allgemeinen Wurzeln
in der globalen Umwelt- und Klimakrise, die auf Grundlage der kapitalisti-
schen Profitwirtschaft entstanden ist. Und sie hatte ihre konkreten Ursachen
im völligen Versagen von Regierungen und Behörden und ihrer Ignoranz
gegenüber den frühzeitigen Warnungen der Wetterdienste!
Die Antwort auf die immer spürbarer heraufziehende globale Umweltkatastro-
phe muss lauten: Stärkt die Umweltgewerkschaft, und organisiert insbe-
sondere die Jugend! Die Umweltbewegung muss eine gesellschaftsverän-
dernde Kraft werden, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll!
Der Kongress positionierte sich in diesem Zusammenhang souverän ge-
gen antikommunistische Verleumdungen, die Umweltgewerkschaft wäre
nicht überparteilich, weil sie auch revolutionär eingestellte Mitglieder in ihren
Reihen hat und mit deren Organisationen zusammenarbeitet. Er bekräftigte
demgegenüber das Gründungs-Motto der Umweltgewerkschaft:
„Von Religion bis Revolution - gemeinsam die Erde vor dem Kollaps retten!“
Es sind nur die Umweltverbrecher in Konzernen, Banken und Regierungen,
die von der Spaltung der Umweltbewegung profitieren - das lassen wir nicht
zu! Für eine befreite Gesellschaft, in der die Einheit von Mensch und Natur
im Mittelpunkt steht!
Dieser sehr produktive und schöpferische erste Kongresstag fand seinen
selbstbewussten Abschluss in einer Kundgebung vor dem Berliner Haupt-
bahnhof, mit anschließendem gemütlichen Zusammensein im Biergarten des
Tagungssaals. Dort wurden auch ausscheidende Aktive aus dem Bundesvor-
stand geehrt. 500€ an Einzelspenden für das Fluthilfe-Spendenkonto der
Umweltgewerkschaft kamen an diesem Tag zusammen.
Der zweite Kongresstag war bestimmt durch die Neuwahl des Bundesvor-
stands, der Kassenprüfung und der Schiedskommission. Die sowohl ernst-
hafte als auch begeisternde Kongressatmosphäre ermutigte noch vor Ort
weitere Teilnehmer*innen zur Kandidatur. Der neue 13-köpfige Bundesvor-
stand repräsentiert die Umweltgewerkschaft aus Ost und West, Nord und
Süd. Er besticht durch seine „Mischung“ aus älteren und jüngeren, erfahrenen
und neuen Kräften. 54% sind weiblich. Alle arbeiten ehrenamtlich. Wie bisher
verkörpern Industrie-Beschäftigte und Umwelt-Aktive aus anderen Bereichen
der Gesellschaft auch personell unser Markenzeichen: die enge Verbindung
von Arbeiter- und Umweltbewegung.
Mehrere Besucher*innen des Kongress-Rahmenprogramms entschieden sich
noch vor Ort zur Mitgliedschaft in der Umweltgewerkschaft - herzlich willkom-
men! Der neue Bundesvorstand wird sich demnächst konstituieren und zeit-
nah die Dokumente und Resolutionen des Kongresses veröffentlichen.

Etwa 150 bis 200 Menschen fanden sich im Berliner Aktionsbündnis "Kein radioaktiver Pazifik!" zusammen zu einer Protestkundgebung vor dem Brandenburger Tor am Welttag der Ozeane (jedes Jahr 8.Juni). Über 1 Million Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser will der Atomkonzern TEPCO aus der Fukushima-Atomruine in den den nächsten Jahren in den Pazifik leiten! In vielen Beiträgen wurde das Märchen von der angeblichen "Verdünnung" der Radioaktivität durch den Pazifik widerlegt. Erst wird es verdünnt... und dann reichert es sich in der maritimen Nahrungskette wieder an bis es über Fischfang schließlich den Menschen erreicht. Außerdem völlig unberücksichtigt bleiben die vielfachen Wechselwirkungen mit anderen Umweltbelastungen, dem Mikroplastik im Blut, dem Glyphosat im Körper, dem hochgiftigen PCB im Fettgewebe, und so weiter und so fort...
Umweltgewerkschaft Berlin, 2. Mai 2021
Endlich wieder gemeinsam auf die Straße!
Über 20 Demos waren zum 1. Mai in Berlin angemeldet! Der DGB jedoch hatte eine zentrale Mai-Demonstration "coronabedingt" erneut abgesagt und sich auf eine kleine symbolische Funktionärs-Kundgebung am Brandenburger Tor beschränkt. Zehntausende demonstrierten trotzdem in der ganzen Stadt, traditionell zu Fuß oder mit Fahrrad-Korsos. Mundschutz war für die Allermeisten selbstverständlich, und der Abstand war auch nicht geringer als tagtäglich auf der Arbeit. Gesundheitsschutz UND Demonstrationsrecht lässt sich gut vereinbaren, das hatten wir schon im Vorjahr bewiesen.
Unsere Ortsgruppe beteiligte sich an der Demonstration von einem Bündnis linker Organisationen und aktiven Gewerkschaftern, zusammen mit dem Internationalistischen Bündnis, Migrantenorganisationen, Mieterinitiativen, Frauengruppen und vielen Betriebskollegen. Start: DGB-Haus. Ziel: ein großes Krankenhaus in Kreuzberg, als Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die Zahl der Teilnehmer wuchs und wuchs, von erwarteten 500 auf über 2000. Die Stimmung: so kämpferisch wie schon lange nicht mehr. Und es wurde klar, dass die derzeitige Situation für viele über die Schmerzgrenze geht, ob es die Pflegekräfte sind, die Taxifahrer, die Siemens-Kollegen...
Unsere 1. Mai-Aufrufe waren bald verteilt. Es wird immer offensichtlicher, wie die sozialen Fragen mit den ökologischen zusammen hängen und dass unser Profil einzigartig ist.
Wir sind gespannt, ob sich aus den tiefgehenden Diskussionen und großer Einheit in zentralen Fragen auch Mitgliedswünsche entwickeln.



Heizkraftwerk Berlin-Moabit: Leistung bei Kraft-Wärme-Kopplung: 140 MW elektrisch + 240 MW thermisch (Fernwärme) .
Mit Baujahr 1900 ist es das älteste noch in Betrieb befindliche Kohlekraftwerk Deutschlands. VATTENFALL schreibt auf seiner Kraftwerks-Homepage: "Seit der Errichtung dieser Anlage war der Standort Pionier für Entwicklungen der industriellen Stromerzeugung: von den ersten Kolbendampfmaschinen und Dampfturbinen, über die größte Dampfturbine ihrer Zeit im Jahr 1923 bis hin zu kohlenstaubbefeuerten Kesseln." Einstmals "Pionier" in der Kohleverbrennung - jetzt muss es zum Pionier der Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien plus fortschrittliche Recyclingtechnologien werden!
Umweltbewegung und Arbeiterbewegung gemeinsam gegen die globale Klima- und Umweltkrise, dafür steht die UMWELTGEWERKSCHAFT.
Jetzt unterschreiben und selber sammeln!
Wer aktiv mitmachen möchte bitte kurze email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wir melden uns zurück!

(Hinweis: Das Plakat hängt als DIN-A1-Poster im UG-Büro Berlin. Die entsprechende PDF-Datei (ca.4 MB!) kann bei Bedarf dort angefordert werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Ein damit möglicher einzelner A1-Poster-Plot im Copyshop kostet etwa 15€)
Ganz bewusst hatte die Umweltgewerkschaft den Kundgebungsplatz des diesjährigen Weltklima-Aktionstags in Sichtweite des Vattenfall-Kohlekraftwerks an der Grenze der Stadtteile Moabit und Wedding gewählt.
„Rasche Abschaltung des Kohlekraftwerks Moabit und Aufbau einer neuen Strom- und Wärmeversorgung auf Basis von 100% erneuerbarer Energie! Zusätzlich Bau einer Pilotanlage für Kryorecycling von Elektroschrott und Altplastik auf dem Kraftwerksgelände, unter Nutzung der bisherigen Kohle-Schiffsverladeanlagen für den ökologischen An- und Abtransport! Dafür wird die ganze Kraftwerksbelegschaft mit ihrem Knowhow gebraucht!“
Kämpferischer Zusammenschluss von Umwelt- und Arbeiterbewegung zur Rettung des Planeten vor dem Kollaps! - das war ein durchgängige Grundtenor der Kundgebung.
Mit einem halben Dutzend Redebeiträgen á 3-5 Minuten hatten wir gerechnet, am Ende wurden es 16! Darunter auch Redner*innen von Organisationen und Belegschaftsvertreter, von Siemens, Charité, Scientists-For-Future, Jugendverband REBELL+Kindergruppe „Rotfüchse“, Umweltspielplatz Moabit, Initiative Ökologischer Wiederaufbau Rojava, Solidarität International, Arbeiterplattform im Interbündnis, MLPD Berlin.
Die Vielfalt der behandelten Umwelt-Themen - persönlichen Selbstveränderung, konkrete Kämpfe in Berlin, internationale Umweltbewegung, Kampf für eine befreite Gesellschaft - das war ein Markenzeichen der Kundgebung. Dazu trugen auch die musikalischen Kulturbeiträge und der interessante Büchertisch des Kulturvereins „people-to-people“, unser eigener UG-Infotisch und die „Stencil“-Aktion des REBELL bei. Etwa 60 dauerhafte und an die 100 zeitweilige Zuhörer*innen sowie viele weitere Spaziergänger und Radfahrer haben die Kundgebung mitbekommen.
Gabi vom Ortsvorstand hatte sich darauf konzentriert, Passanten am Rande der Kundgebung anzusprechen. Sie berichtet:
„Man konnte sehr gut mit den Passanten reden. Die Schließung des Kohlekraftwerkes finden viele richtig, eine brennt darauf, dabei mit zu arbeiten. Viele junge Leute haben Interesse an dem Thema gezeigt. Besonders der Aspekt des Zusammenschlusses der Arbeiter- und der Umweltbewegung hat vielen gefallen. Luftverschmutzung und Corona - auch ein wichtiger Zusammenhang. Von Kryorecycling hatte noch niemand was gehört. Ort und Zeit (14-16 Uhr) haben sich als gut geeignet erwiesen. Immer wieder blieben Menschen stehen - auch längere Zeit - um zu zuhören.“
7 neue Interessenten-Adressen und 1 neues Mitglied für die Umweltgewerkschaft waren vielleicht das wichtigste Ergebnis des Tages.

