
02.07.2026, Jahreshauptversammlung der IHK in der Volkswerft Stralsund, Mahnwachen-Protest gegen die geplante Einführung der Kriegswirtschaft auch in Mecklenburg-Vorpommern
Das Motto des Jahresempfanges lautete: "Zukunft wählen. Mit KI und Engagement gemeinsam Wirtschaft gestalten."
Das Stralsunder Friedensbündnis rief am Haupttor zur Werft zur Mahnwache auf. Grund waren die Planungen der Stadt und Wirtschaftsvertreter hin zur Kriegswirtschaft auch in Stralsund, explizit der Volkswerft Stralsund. Bislang hatten die Stadtvertreter ein solches Ansinnen abgelehnt, in der letzten Sitzung jedoch zugestimmt. Der Oberbürgermeister Herr Badrow, CDU, tritt den Titel "Majors for Peace" somit mit Füßen!
Während wenige der Teilnehmer uns zustimmten, dass die in die Rüstung gegebenen Milliarden wichtige wären in sozialen Projekten, bekamen wir auch von einem zu hören, dass der Übergang zur Kriegswirtschaft eine Pufferzeit dafür wäre, die Arbeitsplätze zu erhalten, bis es der Wirtschaft in Deutschland wieder besser gehe, damit die Bürger Brot und Wohnung hätten und nicht mit Bürgergeld finanziert werden müssen. Wir als Protestler könnten zwar unsere Meinung sagen, doch unser Protest würde keine realen Lösungsvorschläge für den Arbeiter bieten, dem die Entlassung drohe.....Seine weiteren Ausführungen erspare ich mir hier. Sie gingen stark in die Richtung AfD-Tenor, von wegen mehr eigenen Nachwuchs, damit nicht Fremde herkommen müssen ins Land usw. Als Ostbürger sollten wir doch das Ganze überblicken und nicht nur unseren kurzsichtigen Protest.
Meine Antwort, dass das System des Kapitalismus an sich das Grundproblem sei, lies ihn nur kurz innehalten und dann fuhr er in seiner Selbstdarstellung weiter fort.
Jedoch ist diese Frage auch im Friedensbündnis ein Thema, über das bislang nur ungern gesprochen wird.
Bewusst wird augenscheinlich bei den meisten der Teilnehmer der IHK-Veranstaltung der Fakt verdrängt, dass Militärgerät, wenn produziert, auch eingesetzt werden wird und nach dem Krieg, so er überstanden werden würde, auch die Wirtschaft am Boden liegen wird, Menschen fehlen, traumatisiert sein werden. Jetzt Ressourcen verschwendet werden, die Umwelt dadurch jetzt und durch die Kriegshandlungen geschädigt wird, vielleicht bis hin zur Vernichtung als Lebensgrundlage der Menschheit...
Für dieses Thema, so der Tenor auch im Friedensbündnis, seien wir zu klein, zu wenige....
Auf meine Gegenfrage, wenn nicht wir jetzt und hier im Kleinen beginnen, wie soll dann die Bewegung größer werden?, gab es aber nur ein Schulterzucken.... Es betrifft uns ALLE!
Da ist noch verdammt viel Gesprächsbedarf. Wir planen als nächstes den "Majors for Peace"-Flaggentag 8.7. und den Hiroshima-Gedenktag am 6.8.!
Nachdenklich vom Sund! Suse/ Stralsund
(Fotos privat mit Genehmigung des SFB)
