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Kontakt: Axel Korn, Ochsensteige 12/4, 89075 Ulm. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
10. Juli 2026: Mehr als 1000 Menschen beteiligten sich am der Kundgebung und Demo der DGB-Gewerkschaften, vorwiegend IGMetall und Ver.di. Früher waren "Reformen" Verbesserungen für die Beschäftigte und ihre Angehörigen. Seit Jahrzehnten wird darunter Umverteilung von Unten nach Oben verstanden.
Besonders Arbeiterfamilien und Alleinerziehende sind betroffen.Die Gesundheitsreform kostet sie bis zu 120,- € im Monat, der Wegfall des Wohngelds bis zu 400,- . Mehr und länger arbeiten, später in Rente usw.
Pfiffe gab es besonders über zitierte respektlose Lifestyle-Äußerungen des Bundeskanzlers. Denn es sind die Menschen in den Fabriken, Büros, in der Pflege, auf dem Bau, die alle Werte schaffen!
Für die Umweltgewerkschaft ist die Unterstützung dieser Proteste selbstverständlich. Wir kritisieren aber, dass die umwelt- bzw. klimazerstörenden Seiten der Regierungspolitik dabei ignoriert werden. Aus dem eh kleinen Klimafond werden sachfremde "Reformen" finanziert. In Gesprächen zeigte sich, dass die Besorgnis über die begonnene Umweltkatastrophe durchaus groß ist.
Wir hätten es auch begrüßt, wenn die Solidarität mit den VW-, Porsche- und Mercedes-Beschäftigten eine größere Rolle gespielt hätte. Das gilt auch für die wahnsinnigen Rüstungsausgaben. Die Menschen spüren, wie alle diese Bereiche zusammenhängen.
In unserem Demo-Block gab es (außer den organisierten ohrenbetäubenden Trillerpfeifen) auch gute Parolen: "Eure Krisen - nicht auf unserm Rücken!" - "Ohne Streik - wird sich nichts verändern!"
In Ulm rief ver.di für den am 9.6.23 - wie in vielen anderen Städten- zu Demos auf.

Denn die Merz-Klingbeil-Regierung plant:
- Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung
- Verschlechterung der Löhne und Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern
- Krankenhäuser werden schließen müssen
- Gesetzlich Versicherte müssen höhere Zuzahlungen bei weniger Leistungen hinnehmen.
- Krankheit wird verstärkt zum Armutsrisiko.
Klar, dass diese Proteste auch von der Umweltgewerkschaft unterstützt werden. Unsere Fahne wurde von der Rednerin erwähnt, so wie auch die anderen solidarisch Beteiligten wie die Linke, die IGM, das Solinetz, ATIK, und die Betriebsseelsorge.
Denn die sogenannten Reformen gehen einher mit dem Ausbremsen der Erneuerbaren, des Klimaschutzes, der Verkehrswende, der Bauwende. Deshalb müssen Umwelt- und Arbeiterbewegung zusammengehen.
Allerdings fragt man sich, ob die Forderung nach "Rettung des Sozialstaats" nicht Illusionen schürt: Gab es den jemals - und kann es den unter einem einzig am Profitprinzip orientierten Wirtschaftssystem geben?
Richtig wiesen die Redner*Innen darauf hin, dass "die Töpfe nicht leer" sind, zum Beispiel bei den vielen Multimillionären und Milliardären, auch nicht bei den Vorständen der Pharmaindustrie. Was ist mit Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer? Was ist mit dem "Sondervermögen" für die Aufrüstung?
In der Demo gab auch Sprechchöre wie "Krisen und Kriege: Nicht auf unserem Rücken" sowie "Jugend- Zukunft- Sozialismus"
Das wirklich miese Wetter trug dazu bei, dass zu wenig Teilnehmende da waren: Ver.di versprach weitere solche Aktionen.

Gerne machen wir Werbung für diese Veranstaltung in unserer Region:
Das Festival ist im Altdorfer Wald bei Ravensburg. Alle Infos, Anreise, Programm usw. findet ihr hier: https://alti-bleibt.de/ Schlafen könnt ihr in einem Baumhaus oder ihr bringt euer Zelt mit. Essen gekocht wird gemeinsam...
Es gibt viele Workshops rund um das Thema Bauwende. Denn 38% der Treibhausgas-Emissionen kommen von der Zementindustrie und dem Bausektor. Die begonnene Klimakatastrophe muss gestoppt werden - es geht um unsere Zukunft!
Lest dazu auch unseren Eintrag unten vom 16.3.2026
Ulm, 16.3.2026: Als Referenten für heute konnten wir den Umweltaktivisten Samuel Bosch aus Ravensburg gewinnen. Samuel gehört der WaldbesetzerInnen- Gruppe im Altdorfer Wald an. Das dortige Ökosystem - vor allem das wertvolle, reine Trinkwasservorkommen, -wird bedroht durch den expansiven Sand- und Kiesabbau. Dieses Material wird für die Herstellung von Beton und anderen Baustoffen verwendet.
Samuels Vortrag war fundiert, und humorvoll-optimistisch. Es gab interessante Einblicke in das Leben auf Bäumen und in die Konflikte mit den Behörden. Und darüber hinaus tangierte er Zukunftsfragen, die uns als gesellschaftsverändernde Umweltbewegung ganz besonders auf den Nägeln brennen. Klar, dass sich wirklich alle Anwesenden an der anschließenden Diskussion beteiligten!
Über diese Fragen wurde sich ideenreich ausgetauscht:
Welche Ursachen treiben die klimafeindliche Zementwirtschaft wider jedes bessere Wissen an? Welche alternativen Baustoffe hätte die Menschheit zur Verfügung? Welche Wohnformen sind in einer nachhaltigen Zukunft denkbar? Muss eine Wirtschaft immer auf Profit und deshalb auf Wachstum, Wachstum, Wachstum orientiert sein?
Ein weiterer, lehrreicher Themenbereich waren die Formen des Widerstands im Altdorfer Wald. Überraschend war für uns die Verankerung des Widerstands in der Region: Viele EinwohnerInnen informieren sich und bringen etwas mit. Kinder und Jugendliche machen Klassenausflüge zu den Baumhäusern. Kletterkurse, Vorträge, Führungen und Konzerte werden angeboten. Ein Gradmesser der Verankerung ist das Wahlergebnis bei der OB-Wahl in Ravensburg am 8. März. Bosch kandidierte und erhielt 8,1% der Stimmen. Respekt!
Wir hätten uns noch mehr Interessierte gewünscht! Dennoch war die Veranstaltung gelungen und hat sich sogar sogar finanziell getragen, inklusive eines Referentenhonorars.
BesucherInnen der Besetzung im Altdorfer Wald willkommen! (Haltestelle Vogt/Grund im Wald, Wolfegg)
Mehr Infos: https://alti-bleibt.de/

Forderungen an die Bauindustrie und Kommunen
Sanierung und Umbau vor Abriss!
Kreislaufgerechte Wiederverwendung von ganzen Bauteilen (Urban Mining, Gebäude als Materialbanken), Design for reuse
Holzbasierte Materialien (bis 80m Höhe möglich)
Neue Baustoffe: Hanfbeton, Mycel
Keine Verbrennung von Plastikabfällen in Zementwerken! Dekarbonisierung
Mehr Infos: https://bauwende.de/
Wohnungspolitik:
Sozialer Wohnungsbau - erschwingliche Mieten!
Schluss mit Spekulation im Wohnungsbau!
Unsoziale Wohnungsgesellschaften enteigen!
Leerstände bewohnen!
Rezension der Broschüre:
Sand- &Kies-Extraktivismus im Altdorfer Wald. Widerstand für eine Bauwende. (Oktober 2025) - Die Broschüre ist auch bei der UG Ulm erhältlich!
Am Umweltaktionstag verschiedener Ulmer Gruppen am 15.11.2025 boten wir an unserem Info-Tisch auch eure grüne Broschüre an. Unsere Ravensburger Freunde brachten sie von einem Besuch eurer Waldbesetzung mit. Bekanntlich wird der Altdorfer Wald für Kiesabbau gerodet. Kies= Beton= Bauindustrie.
Ich habe eure Broschüre gelesen. Sie beschreibt den Nutzen des Waldes für den Menschen. Sie setzt sich kritisch mit der Holzgewinnung auseinander. Sie erklärt die Bedeutung der Gewässer für Artenvielfalt und den Menschen. Die Darstellung dieser Zusammenhänge ist sehr lehrreich!
Im Fokus steht der Kiesabbau bzw. „Kiesraub“: Wie er abläuft, wie Kies gehandelt wird, wie sich die Behörden in den Dienst des profitablen Geschäftes stellen. Das ist alles sehr informativ, auch für über eure Region hinaus! Bemerkenswert ist dann aber, wie ihr eure Wald-Aktionen in den Zusammenhang mit der notwendigen Bauwende stellt!

Wie die Verkehrswende (Elektrifizierung der Mobilität , Ausbau des ÖPNV usw.) muss auch das Umdenken bei der Bauwende mehr in den Fokus rücken, vor allem wegen der klimaschädlichen Zementproduktion. Aber nicht allein deshalb. Hier geht die Broschüre ganzheitlich und perspektivisch an das Thema ran: Schluss mit dem Bau von „Wegwerfwohnungen“, die nur 70 Jahre halten! Mehr renovieren statt abreißen! Für Bedürfnisse, nicht für Profite bauen! Kreislaufwirtschaft und schonender Umgang mit unseren Ressourcen! Rettung unserer natürlichen Existenzgrundlagen!
Konsequenterweise greift die Broschüre die kapitalistische Wirtschaftsweise an. Dagegen sei letztlich der aktive Widerstand erforderlich. Weil sich das Neue und Vernünftige sonst nicht durchsetzt. Eure Baumbesetzergruppen haben die Sympathie großer Teile der Bevölkerung gewonnen. Das ist wichtig. Notwendig ist aber auch, die Arbeiterbewegung für die Bauwende und weitere Umwelt-, bzw. Klimafragen zu gewinnen. Sie hätte die größte Durchsetzungskraft, wegen ihrer Rolle in der industriellen Produktion, rnationalen Vernetzung auch weil sie direkt die Profite „schafft“.
Ihr schreibt als Fazit, wie unglaublich wichtig es sei, „die Verbindung zwischen lokal und global herzustellen“. Bitte setzt euch deshalb mit dem Internationalen Umweltratschlag (IEC2026) auseinander. Ein Forum oder Workshop zum Thema „Bauwende“ – ausgehend von euren Erfahrungen und im Austausch mit ähnlichen Initiativen- wäre eine große, notwendige Bereicherung. Wir werden für eure Broschüre werben! https://alti-bleibt.de/https://wald-statt-asphalt.net/altdorfer-wald-bleibt/
Der Wiener Publizist und Umweltaktivist Alexander Behr war zu Gast in den Roxy - Hallen. Anlass: Das alle zwei Jahre stattfindende Allerweltsforum - zu dem Ulmer Gruppen eingeladen sind, die zum Thema Umwelt, Frieden, Nachhaltigkeit usw. arbeiten. Die Umweltgewerkschaft Ulm ist jedesmal dabei, diesmal um Mitstreiter:innen für die Vorbereitung des Internationalen Umweltratschlags zu gewinnen.
Alexander Behr stellte sein neues Buch "Globale Solidarität: Wie wir die imperiale Lebensweise überwinden und die sozial-ökologische Transformation umsetzen. Gemeinsam gegen die Krise und eine gerechte Welt für Mensch und Ökosysteme". Der Vortrag war inspirierend und regte anschließend eine breite Diskussion an.
Seine 10 Thesen für den Abend fanden große Zustimmung. Aber zentrale Begriffe in den Thesen (sein Buch kennen wir noch nicht) enthalten eine Unschärfe, die zu falschen Vorstellungen führen. Da sind wir in der Umweltgewerkschaft und in unseren Publikationen schon weiter. Die "imperiale Lebensweise" suggeriert, dass "wir alle" uns verändern müssen. Welche Wirtschaftsweise ist die Ursachen und wer sind unsere Hauptgegner? Die "sozial-ökonomische
Transformation" suggeriert, dass der Weg eines "Green Deal" (EU) oder dass "Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie" (vor allem grüner Poltiker:innen) möglich sei! Dieser Weg scheitert doch gerade überall! - Das sind aber wichtige Fragen einer Strategiedebatte der Umweltbewegung .
Unsere Gruppe hätte zur Diskussion noch mehr beitragen können, wenn wir uns darauf vorbereitet hätten. Immerhin wurde eingebracht, dass bei all den gleichzeitigen heutigen Problemen ein Hauptgegner auszumachen ist, nämlich die Profitwirtschaft und namentlich eine kleine Gruppe extrem mächtiger Konzerne und Banken. Und Politik und Medien würden alles tun, um diese Herrschaft zu schützen.
So weit zu seinen Thesen - ob das Buch mehr Klarheit bringt?
An unserem Infostand machte den größten Umsatz eine Kollegin mit ihren selbstgestrickten Wollsocken zugunsten des "Gaza soll leben" - Projekts. Eine tolle Initiative! Aber auch unser Broschürenverkauf - zugunsten des IEC 2026 - brachte 22,- € ein. (Foto: 1 UG Ulm 2. Ulmer Netz)
Es war eine gemeinsame Aktion von 10 Gruppen unter der Moderation des Ulmer Interbündnisses, wo wir mitarbeiten. Von den der lokalen Gruppen, die wir angeschrieben haben, und gerne dabei gehabt hätten, entschuldigten sich zwei wegen anderweitiger Verpflichtungen.
Unser Umweltgewerkschafts-Stand und unser Transparent mitten im Passantenstrom am Einstein-Denkmal waren weithin sichtbar.

In unserer Rede ging es um das diesjährige Motto "Für Frieden, Umwelt und gegen Faschismus". Auszüge:
"Jeder spürt es: Die Menschheit befindet sich heute in einer besonders bedrohlichen Situation befindet. Faschistische Regierungen, wie Trump, Netanjahu, Orban, Putin, Erdogan, leugnen nicht nur die Klimakrise, sie streichen auch alle Mittel für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit und setzen weiterhin auf die noch gewinnträchtigen fossilen Brennstoffe. Nicht nur das. Sie führen auch Kriege, siehe den Genozid in Gaza, und den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und sie treiben eine massive Aufrüstung voran. Die Gefahr eines Weltkriegs verschärft sich." Und weiter:
"Mit jeder Waffenlieferung und jedem Abfeuern dieser Waffen wird die globale Umweltkatastrophe beschleunigt. Das Militär hat einen horrenden Anteil an Treibhausgasemissionen. Und schon mal was von Ökozid gehört? Ökozid ist, wenn in einem Krieg nicht nur gegnerische Truppen bekämpft werden, sondern darüber hinaus die gesamten Lebensgrundlagen systematisch zerstört werden: Böden, Grundwasser, Pflanzen, Nutztiere, Energie- und Abwassersysteme, ja selbst die Luft zum Atmen wird durch verseuchten Trümmerschutt aus M
illionen Granatexplosionen und Bränden mit jedem Windstoß lebensgefährlich. Genau das ist die Situation in Gaza. Aber Gaza soll leben. Deshalb haben wir die Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung in unseren Weltklimatag-Aufruf mit aufgenommen." 
Das Offene Mikrofon war die zwei Stunden pausenlos im Einsatz. Bestimmt über ein Dutzend Beiträge, und einige der vorbereiteten Reden konnten nicht mehr gehalten werden. Die UG-Gruppe aus Ravensburg unterstützt die Waldbesetzer im Altdorfer Wald. Dort will eine Baufirma den Kies unter dem Waldboden profitabel in die Schweiz verkaufen. Diese Broschüre ist neu erschienen und kann auch über uns bestellt werden. Die "Rotfüchse" waren auch dort gewesen und erklärten uns die Bedeutung des Waldes.
Ein junger Geflüchteter wies auf die Bedeutung von Blühwiesen und warum der Mensch die Insekten braucht. Kinder der Gruppe "Rotfüchse" erklärten die Bedeutung des Waldes. Ein Oststadtbewohner berichtete vom Austrocknen der Grünflächen. Gewinner und Stürme brechen Äste ab, die wiederum die Keimlinge neuer Pflanzen zerstören. Eine Gaza-Solidaritätsgruppe sammelte 160,00 Euro für ein neues Gesundheitszentrum.
Nebenher suchten wir das Gespräch vorwiegend mit jüngeren Menschen. Für unsere Vorbereitungsgruppe des Internationalen Umweltratschlags 2026 haben wir fünf Interessenten gewonnen und 40,00 Euro eingenommen.
Wir sind auf die gemeinsame Aktion stolz.
