Dazu bringen wir Auszüge aus dem Bericht von Dieter Reicherter, einem der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21, veröffentlicht in SÖS-Newsletter vom 2.6.2026:
„Der Spottname S 31 macht die Runde. Die Kosten sollen sich mindestens um weitere 3 Milliarden € erhöhen auf mehr als das Dreifache des in der Finanzierungsvereinbarung von 2009 festgelegten Betrags. Und das alles aus der Tasche der überschuldeten Bahn.
… Viele Gründe bleiben im Dunkeln. Das größte Problem ist die vollständige Digitalisierung des Bahnknotens. Fachleute halten sie für nicht umsetzbar. Doch ohne sie fällt das Versprechen einer Leistungssteigerung in sich zusammen, und der S-Bahn-Verkehr mit der neuen Haltestelle Mittnachtstraße ist nicht zu bewältigen. … Selbst der SWR nennt die Baustelle einen Saustall. Die elfwöchige Streckensperrung 2023 war für die Katz. Denn mehr als 1000 km Kabel samt Schächten wurden fehlerhaft verlegt und müssen wieder herausgerissen werden, ebenso der Bodenbelag des Tiefbahnhofs. Das neue Technikgebäude entspricht den Anforderungen nicht. Trotz jahrelanger Hinweise des Eisenbahn-Bundesamts unterblieb die Herstellung einer Notstromversorgung. Der neue Abstellbahnhof in Untertürkheim wird minimiert und vermag den alten nicht zu ersetzen. Zusätzlich zu diesen Mängeln sind die Hauptrisiken des Projekts ungelöst, nämlich Brandschutz, quellender Anhydrit, Überschwemmung bei Starkregen und wegrollende Züge als Folge des sechsfach überhöhten Gleisgefälles.
…. Von Anfang an politisch, basierte die Förderung auf Lügen: Phantasiezahlen von 100 Zügen in der Stunde, Mär vom bestgeplanten Projekt aller Zeiten, Behauptung, man merke von den unterirdischen Arbeiten nichts, Schaffung von 100.000 Arbeitsplätzen, Eigenfinanzierung des Projekts. … Täuschung und Vertuschung bei der sogenannten Schlichtung unter Heiner Geißler, der Volksabstimmung zum Ausstieg des Landes aus dem Projekt und in den Untersuchungsausschüssen zum Polizeieinsatz. Das Neutralitätsgebot für Amtsträger wurde mit Füßen getreten. Wie interne Dokumente zeigen, waren die Kostenüberschreitungen schon während der Schlichtung und erst recht bei der Volksabstimmung bekannt.“
Die Umweltgewerkschaft kämpft weiter mit dem Aktionsbündnis, dass der Kopfbahnhof mit seinen 16 Gleisen dauerhaft erhalten bleibt und gründlich saniert wird, einschließlich des Tiefbahnhofs, sollte er jemals fertig werden. Nur so kann die Gäubahnstrecke als direkte Verbindung nach Zürich erhalten werden. Nur so kann ein künftig verdoppelter Bahnverkehr für Pendler den Umstieg vom Auto bewirken. Den braucht es im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Dabei vergessen wir auch die Forderung nach Nulltarif nicht.
Für einen attraktiven Ausbau des ÖPNV zum Nulltarif!
Diese Forderung, fotografiert auf einer Demo im Jahr 2016, gilt immer noch.
