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Kontakt: Edda Rohm, Tel: 06151 144661, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Das Darmstädter Aktionsbündnis aus acht Organisationen hatte unter dem Motto eingeladen:
„Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft kämpfen! Für Frieden – kein Rollback in der Umweltpolitik! Jetzt 100% erneuerbare Energien durchsetzen!“
Mit Musik der Los Pueblos und der Ansprache der Moderation, dass es angesichts der globalen Umweltkatastrophe um das Überleben der Menschheit, aber auch um die konkreten Lebensbedingungen vor Ort geht, wurden die vorbei strömenden Einkäufer in der Innenstadt eingeladen, sich zu informieren und mitzumachen. Die feste Teilnehmerzahl des Darmstädter Bündnis von 25 war niedriger als letztes Jahr. Die Umweltgewerkschaft, MLPD, aber auch der Fahrgastverband Pro Bahn, die Odenwaldbahn-Initiative und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald waren dies Mal sehr gute Aktivposten mit Reden und Infoständen.
Eine Rede hielt auch der Jugendverband Rebell und die Freunde der Internationalen Automobilarbeiter Koordination. Die Umweltgewerkschaft begrüßte mit den Inhalten des Aufrufs des Bundesvorstands, dieser wurde auch an die Passanten verteilt. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Odenwaldbahninitiative kritisierten die Verkehrspolitik der Ampel, stellten konkrete Forderungen zu mehr Attraktivität des ÖPNV vor und forderten die Fortführung des 49-Euro Tickets, aber auch neue flexible regionen-übergreifende Lösungen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stellte den neuen hessischen Waldbericht dar. Trotz stärker Niederschläge im Herbst 2023 und in 2024 hat sich die katastrophale Entwicklung verschlimmert.
Kritisiert wurde die Schwarz-Grüne Stadtregierung, die den Wald der „Stadt im Walde“ ständig weiter ausdünnt.
In den Gesprächen machten sich viele Sorgen, was nach der Wahl von Donald Trump oder mit einer neuen Bundesregierung kommt. Viele lehnen den bisherigen und zu erwartenden Sozialkahlschlag, Abbau demokratische Rechte und von Umweltschutzmaßnamen, die weitere Rechtsentwicklung und faschistische Gefahr ab. Ein Mitglied des Darmstädter Friedensbündnis arbeitete heraus, dass mit „Europa muss mehr Verantwortung tragen“, „maximal teure Zeiten auf uns zukommen mit noch mehr Mästen von Rheinmetall und Co“, Schulden die die Massen tragen sollen und Verschärfung der Kriegsgefahr. Die Debatte, wohin sich die Gesellschaft entwickelt, ist in vollem Gange, auch über eine Gesellschaft über die Profitgesellschaft hinaus, für die die Umweltgewerkschaft und MLPD eintreten.
Die Zahl der Gespräche war aber begrenzt, da viele schon mit Weihnachtseinkäufen befasst waren. Auf kurze Ansprachen zur AfD und Trump, dass diese die Menschheit und Natur in den Abgrund führt, gab es Nicken und Daumen hoch bei Passanten.
Seit 40 Jahren geht die Auseinandersetzung um den Weiterbau der A49 zwischen Gießen und Kassel. Nach Regierungsbeschluss und Bestätigung der Planstellungsverfahren durch das Bundesverwaltungsgericht wurde mit dem Lückenschluss von Stadtallendorf nach Gemünden (Vogelsbergkreis) begonnen. Gebaut werden sollen 42 KM durch zwei Waldgebiete, den Herrenwald bei Stadtallendorf und den Dannenröder Wald bei Homberg (Ohm). Dafür wurden fast 85 ha eines bis 300 Jahre alten Mischwaldes gerodet. Für den Bau hat der Bund einen ÖPP-Deal mit dem Strabag-Konzern getroffen. Profiteur von dieser zerstörerischen Politik ist u.a. die Ferrero-Gruppe mit ihrem Werk in Stadtallendorf, wo täglich hunderte LKW verkehren.
Gegen die Waldzerstörung hat sich ein Bündnis aus 36 Organisationen gebildet (FFF, BUND, Robin Wood, Extinction Rebellion, Bürgerinitiativen).
„Wald-statt-Asphalt“ - der Widerstand wächst und ist ungebrochen
Seit dem Start des Widerstandscamps vor 11 Wochen bei Dannenrod ist es auf über 500 dauerhafte Teilnehmer*innen gewachsen, vorwiegend junge Leute. Am Wochenende sind Mahnwachen und Kundgebungen am Rodungsgebiet zur Unterstützung des Camp. Ein Teil des Camps mit Infopoint ist direkt am Ortsrand von Dannenrod am Sportplatz. Auf dem Sportplatz sind Infozelte, eine Bühne; dort finden Kundgebungen statt.
Als ich ankomme, sammeln mehrere Leute Spenden. Ich spende und stelle mich und die Umweltgewerkschaft vor. Ich sagte, dass wir zur Unterstützung für die Rote Hilfe gespendet haben und Hilfe organisieren wollen, für das was noch gebraucht wird. So spreche ich eine Reihe vor allem junge Leute an. Das wird sehr positiv aufgenommen und ich komme in viele sehr freundliche Gespräche. Es ist eine große Entschlossenheit zu spüren trotz widriger Bedingungen (Kälte, Schlamm), den Kampf weiter zu führen. Zur zeit suchen sie mehr direkte Unterstützung bei der Bevölkerung, dass sich gerade die Aktivisten auf den Bäumen duschen, aufwärmen und mal ausruhen können. Gestern kamen zusätzlich über 1000 Leute, mobilisiert durch Ende-Gelände und heute ebenfalls über 1000 zur Unterstützung des Widerstandes. Ich treffe Leute aus dem hiesigen Angelverein und erzürnte Bürger aus der ganzen Umgebung.

