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Wie ist die aktuelle Lage in der AKW-Anlage in Fukushima im Augenblick?
Die Lage ist nach wie vor die gleiche. Wir haben keine Information, wie die wirkliche Lage ist. Es steht fest, dass selbst die Regierung sowie TEPCO keine wirklich ausreichende Information besitzen. Denn die drei Reaktorgebäude sind zerstört, und wie und wo die geschmolzenen Brennstäbe sich in ihnen befinden, ist nach wie vor völlig unklar. Denn die radioaktiven Strahlungen in ihnen sind extrem stark und keine Menschen können ihnen näher kommen und es gibt keine technischen Möglichkeiten, die inneren Lagen zu prüfen. Auch die Versuche, ferngesteuerte Roboter hineinzuschicken, sind bis jetzt immer wieder nur gescheitert. Was nur klar ist, ist es, dass die Kernschmelzen in ihnen stattgefunden haben und dort alle möglichen radioaktiven Substanzen wie Cäsium, Strontium, Tritium usw. ständig ausstrahlen.
Die öffentliche Aussage der japanischen Regierung und TEPCO, nämlich, die ganzen Anlagen von den zerstörten vier Reaktoren innerhalb von 40 Jahren vollständig zu beseitigen und unschädlich zu machen, entlarvt sich bereits jetzt als ein völlig unrealistisches, leeres Wort - In einigen vertrauten Kreisen wird es geschätzt: nicht "40 Jahre", sondern "90 bis 120 Jahre".
Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland!
Wieder kehrt der 11. März zurück.
Und wir stehen genauso verzweifelt und sprachlos wie damals. Die Lage ist nach wie vor die gleiche.
Wir haben keine Information, wie die wirkliche Lage ist. Es steht fest, daß selbst die Regierung sowie TEPCO keine wirklich ausreichende Information besitzen. Denn die 3 Reaktorgebäude sind zerstört, und wie und wo die geschmolzenen Brennstäbe sich in ihnen befinden, ist nach wie vor völlig unklar.
Eindrücke vom Klimacamp Bonn August 2017
Mitten in Bonn – Ausblick auf das Poppelsdorfer Schloss einerseits und anderseits auf Häuserzeilen der Gründerzeit waren die optischen Zutaten eines wohl ungewöhnlichen Camps im August wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Zu sehen gab's viel für's spazierende und joggende Volk: Zelte und deren Bewohnerschaft, eine offene Küche und disziplinierte Programmfolgen zu unterschiedlichen Themen, wo quasi unter freiem Himmel gelernt, geredet, gegessen und geschlafen wurde. In der Stadt der Schritt hin zur Natur, letztlich zur Erhaltung derselben, damit so etwas als Erfahrung Bestand erfährt. Von einander und miteinander lernen. Lernen als freiwillige Erfahrung. Gemeinschaft als Notwendigkeit im Kleinen wie im Großen. Sinnliche Erfahrung und profanes Geschirrspülen. Schnibbeln und Abschmecken damit alle zufrieden satt werden. Inhaltliche Zusammenhänge so erläutern, so vermitteln, so befragen und so verstehen, dass Ursache und Wirkung, Verursacher und Betroffener deutlich erkennbar werden. Das gelang. Weil alle Beteiligten, jünger oder älter, Männer oder Frauen es wollten und sich ihre eigenen Regeln für diese Zeit gaben. In Solidarität und Freundlichkeit. Diese Absicht sprang auch auf die teilweise kritisch Beobachtenden auf den Rundwegen über. Transparente und Schilder, Parolen zeigten die Richtung auf. Seitens unser Umweltgewerkschaft natürlich >die Erde vor dem Kollaps retten<,
Wo stehen wir und was können wir hier tun, wie schließen wir uns zusammen und was sind die wichtigen Aufgaben? Natürlich die Mobilisierung zum Umweltgipfel im November eben in Bonn. Auf diesem internationalen Ereignis werden wir gefordert sein, die richtigen Akzente zu setzen. Gemeinsam mit den Vielen, die unseren Ansatz ähnlich sehen oder auch mit denen, die in Teilansätzen Ziele zur Rettung des Planeten mittragen. Es gilt eine globale Klimakatastrophe abzuwenden. Das Bonner Klimacamp lieferte mehr als ein Übungsfeld: In unruhigen Zeiten wie diesen, wo Arroganz und Abgrenzung, Entwurzelung und Entsolidarisierung, Hass und Hunger, Krieg und Kasse, Zerstörung und Zukunft nahe bei einander liegen, ist Perspektive und Protest notwendig. Die Bonner Jugendbewegung sowie die Antikapitalistische Aktion Bonn, die Umweltgewerkschaft wie auch die Umweltbewegung an unterschiedlichen Orten wie eben auch die solidarischen Freunde und Nachbarn in Bonn, jene organisierten Menschen und jene spontanen Helfer*innen eint die Erkenntnis: So wie es ist, kann es nicht bleiben.
Jochen Büttner, Bundesvorstand Umweltgewerkschaft
