Redebeitrag der Umweltgewerkschaft für die Kundgebung
„Alles (Jahrhundert-)Zufälle?“
Wetterextreme häufen sich.
Heilbronn 4.7.25
Extremer Niedrigstand des Grundwassers, lese ich heute im Bericht der Landesanstalt für Umwelt BaWü. Wir erleben derzeit Hitze und Trockenheit. Aber es ist nicht der Gipfel der Wissenschaftlichkeit, Pegelstände abzulesen und in die Statistik einzutragen. Mit der Methode hinkt man immer hinterher: man kommt nicht auf die ganzen Zusammenhänge der Umweltfrage und kann auch keine vernünftigen Voraussagen treffen.
Nein, man muss es im globalen Ganzen sehen: der Wasserkreislauf ist aus dem Gleichgewicht. Nur ein paar Beispiele: In 20 Jahren ist in Deutschland Wasser im Umfang des Bodensees verloren gegangen, ¾ der Landfläche unseres Planeten sind in den letzten Jahrzehnten trockener geworden, Gletscher verschwinden. Durch die Klimaerhitzung kühlt das Mittelmeer im Winter nicht mehr richtig ab – Folge sind zunehmende Niederschläge und Überschwemmungen. Umgekehrt wird in Mitteleuropa die Luft trockener. Dazu kommen Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Entnahme von Wasser durch die Industrie (80% des Wasserverbrauchs!). All das sind also langfristige Prozesse, nicht eben mal ein trockener Sommer.
Angesichts dieser Entwicklung müsste längst bei Kommunen und Politikern eine Aufbruchstimmung herrschen, alles in Bewegung zu setzen für sofortige Schutzmaßnahmen für unser Wasser, unsere Lebensgrundlage, großangelegte Speicherung und Landschaftspflege Richtung Wiederherstellung des Gleichgewichts, für eine Systemveränderung gegen die Erderhitzung. Aber da beobachtet man lieber die Pegelstände weiter und hofft auf Regen im August zur „Entspannung der Lage“. Kurzzeitig.
Wir als Umweltbewegung müssen für echte Wissenschaftlichkeit eintreten und drastische Konsequenzen fordern.

