Kämpferischer Klima-Aktionstag in Lübeck
15.11.25
Samstagmittag war die zweistündige Kundgebung unserer Umweltgewerkschaftsgruppe in der belebten Lübecker Innenstadt unüberhörbar. Wir nahmen die Weltklimakonferenz in Brasilien auf’s Korn, die zum 30. Mal erklären wird, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen verringern zu wollen. Es passiert das Gegenteil.

Inzwischen ist u.a. durch Verbrennung fossiler Energieträger die CO-2-Konzentration in der Atmosphäre auf den Rekordwert von 422 ppm gestiegen. Die Erde hat sich schon um mehr als 1,5° erwärmt. Aktuell griffen wir auch die Bundesregierung an, die neue Gaskraftwerke für 10 GigaWatt Leistung errichten lassen will, statt Geld in den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und großer Stromspeicher zu investieren.
Ein Mitglied von uns machte deutlich, dass der Krieg Israels in Gaza nicht nur Völkermord bedeutet, sondern auch einen Ökozid, wo durch Einsatz extrem giftiger Bomben kein Ackerbau mehr möglich ist. Ein Vertreter der MLPD erklärte, dass an diesem barbarischen Krieg die Verachtung der Imperialisten am Erhalt unserer Umwelt und der menschlichen Existenz deutlich wird und dass sie durch den echten Sozialismus abgelöst werden müssen. Ein neuer Mitstreiter wies darauf hin, dass die geplante Rodung von 10 Hektar Wald in Lübeck-Moorgarten durch den Netzbetreiber TenneT auch den Artenschutz und das Grundwasser gefährdet.
Aufsehen erregte unser zwei Mal aufgeführter Straßentheater-Sketch , in dem wir die mutwillige Zerstörung unserer Umwelt durch den Exxon/Mobil-Konzern angriffen. Er hatte 2023 den Konzern Pioneer Natural Ressources gekauft, der es bei den „natürlichen Ressourcen“ besonders auf das extrem umweltschädliche Fracking-Gas abgesehen hat. Robert Habeck hat in seiner Zeit als Wirtschaftsminister 4 Terminals für den Import dieses Frackinggases bauen lassen und dafür die Umweltverträglichkeitsprüfung auf Rügen außer Kraft gesetzt. Es trat auch ein widerwärtiger faschistischer AfD-Vertreter auf, der die von Menschen gemachte Klimaerwärmung abstritt und sich für weitere Verbrennermotoren, für Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke einsetzte. Das AfD-Schild an unserem Darsteller entsetzte zwei vorüber gehende Männer, die sich empört abwandten.
Zum Schluss skandierten wir gemeinsam „Stoppt Fracking“ „Wir wollen 100 Prozent erneuerbare Energien“ und „Rettet den Lübecker Stadtwald“ Für die Petition unseres Waldbündnisses sammelten wir 12 Unterschriften. Besonders lebhaften Anteil nahmen drei junge Frauen aus Hamburg, die das Magazin Perspektive mit unserem Artikel zur geplanten Abholzung kauften und sich an die Hamburger Gruppe wenden wollen.
Es war kalt an diesem Tag, das tat unserer guten Stimmung aber keinen Abbruch. „Wir haben deutlich Flagge gegen die Umweltverbrecher gezeigt“, meinte einer von uns beim anschließenden Mittagessen.
Wir brauchen unbedingt neue Mitstreiter. An jedem ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 18 Uhr im AKZENT in der Hüxstraße 79.
